Reha Steglitz

Nun scheint das Thema "Pflegekräftemangel" endgültig auch in der Öffentlichkeit angekommen zu sein!
Presse und Politik überschlagen sich in Headlines und mit Statements. 30 000 Pflegekräfte fehlten, sagt der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste bpa und alle staunen.
Als hätten wir es nicht schon lange und wiederholt gesagt! 
Jahr für Jahr verschärft sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Fachkräfte in der Kranken- und Altenpflege sind kaum noch zu finden und inzwischen sind auch weniger qualifizierte Pflegekräfte rar.
Für die ambulanten Pflegedienste ist die Situation besonders dramatisch. Auf Grund des Fachkräftemangels haben erste Pflegedienste ihre Leistungen in der häuslichen Krankenpflege nach SGB V eingestellt. Aber auch bei den Leistungen der Pflegeversicherung SGB XI werden die Kapazitäten knapp.
Pflegekräfte arbeiten seit Jahren an der Grenze ihrer Belastbarkeit, stehen unter ständigem Zeitdruck, werden zu häufig in ihrem beruflichen Selbstverständnis frustriert, sind schlecht bezahlt und mittlerweile zu mehr als 50% in und mit ihrem Beruf unzufrieden.
Die Gefahr ist groß, dass Mitarbeiter weiterhin in Scharen aus den Pflegeberufen abwandern.
Angesichts eines rasant wachsenden Pflegebedarfs und der bekannten demografischen Entwicklung ist das ein erschreckendes Szenarium. Was ist zu tun?
Neben der Diskussion um die verbesserte Ausbildung und um die Anwerbung ausländischer Fachkräfte, braucht es zu allererst schnelle Maßnahmen, um ein weiteres Abwandern aus dem Pflegeberuf zu verhindern. Will man die Pflegekräfte halten, muss man ihnen die notwendige Wertschätzung in Form von Anerkennung, guten Arbeitsbedingungen und angemessener Bezahlung zukommen lassen.
Hier sind die Politik und in erster Linie die Kostenträger gefordert, den Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen durch auskömmliche Entgelte die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen.

In Trauer nehmen wir Abschied von Charlotte Kupke, die am 1. Mai 2011 im Alter von 64 Jahren in Koblenz verstarb.
Von 1988 bis 2000 hat Charlotte als therapeutische Leiterin und Geschäftsführerin in unserer Firma gewirkt.

Erste psychiatrische Beruferfahrung hat Charlotte nach ihrem Psychologiestudium in der stationären psychiatrischen Versorgung in der Klinik Havelhöhe gesammelt. Im Rahmen des Modellprogramms hat sie dann von 1982 bis 1985 bei dem Träger „Prowo Kreuzberg“ therapeutische Wohngemeinschaften aufgebaut und betreut. Für die Senatsverwaltung hat sie außerdem an einer Bestandsaufnahme über Therapeutische Wohngemeinschaften und Betreutes Einzelwohnen mitgewirkt. Die darin erarbeiteten Resultate und Verbesserungsvorschläge haben die fachliche Diskussion und die qualitative Weiterentwicklung der Wohnbetreuung psychisch kranker Menschen beflügelt.

Im Jahr 1988 kam sie als erste Geschäftsführerin zu Reha-Steglitz und beendete damit das kreative Chaos, in dem die bis dahin wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten und unter dem sie zunehmend litten. In ihren 12 Jahren bei Reha-Steglitz hat sie viel Neues angeschoben und aufgebaut und die Betreuungsarbeit inhaltlich weiter entwickelt. Die Kontakt- und Beratungsstelle entstand, Zuverdienst wurde entwickelt und 15 Jahre nachdem sie in Havelhöhe ihre berufliche Karriere startete, hat sie als Mitarbeiterin von Reha-Steglitz im Rahmen der „Enthospitalisierung“, die Wiederbeheimatung von 19 psychiatrischen Langzeitpatienten eben dieser Klink, vorbereitet und mit durchgeführt. Das sind und können nur einige wenige Spotlights auf ihr Schaffen sein. Neben dem war sie immer die einfühlsame und verständnisvolle Vorgesetzte, Kollegin und Therapeutin, die sich immer „auf Augenhöhe“ mit Mitarbeitern und mit Klienten befand. Mit Ruhe und mit Kraft hat sie sich immer dafür eingesetzt nicht nur Besseres, sondern das Beste für psychisch kranke Menschen zu erreichen.

Aus gesundheitlichen Gründen verließ sie im Jahr 2000 unseren Träger und aus privaten Gründen verließ sie Berlin in Richtung Koblenz.

Ihr Herz war groß, aber auch geschwächt durch die Erkrankung. Jetzt hat es ihr den Dienst versagt.
Wir sind traurig und werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Seit über 25 Jahren ist Frau Dr. Ara als Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung von beruflicher und sozialer Rehabilitation e.V. (Reha-Steglitz) aktiv im Ehrenamt tätig. Der Verein Reha-Steglitz wurde im Zuge des damaligen Modellprogramms Psychiatrie der Bundesregierung mit dem Ziel gegründet, gemeindenahe Versorgungsstrukturen für psychisch kranke Erwachsene zu schaffen.

Im Jahr 1983 gehörte Frau Dr. Ara, die damals Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Bezirksamt Steglitz war, zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Sie ist seitdem ununterbrochen ehrenamtliches Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands und war fast 20 Jahre lang auch die 1. Vorsitzende.

Immer wieder hat sie die Aktivitäten von Reha-Steglitz durch ihre Ideen und ihre fachliche Unterstützung gefördert; ihre Sachkunde war und ist dabei ebenso hilfreich wie ihre Bereitschaft, sich kontinuierlich und zuverlässig zu engagieren.

Auch heute noch ist Frau Dr. Ara für Reha-Steglitz engagiert. Durch ihre Initiative entstand beispielsweise - geleitet von Ihrer eigenen Begeisterung für Opern - ein neues Projekt. Im Rahmen von Matineen werden musikalische Filmveranstaltungen für Opern-Freunde und solche, die es werden wollen, in einem Kino angeboten. Die Initiative richtet sich auch an Musikinteressierte, die herausgeholt werden möchten aus ihrem Alltag und dies vielleicht ohne Unterstützung oder Begleitung nicht können und leistet so einen Beitrag zur Integration und Normalität im Alltag.
Für ihr vorbildliches ehrenamtliche Engagement zeichnete sie Christian Thomes, Vorstandsmitglied des Paritätischen Landesverbandes mit der "Goldenen Ehrennadel" des Paritätischen aus.

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